KI als probates Mittel gegen Zeitfresser
Papenburg (10. März 2025) – Viele Firmen in der Wachstumsregion Ems-Achse schieben das Thema KI (Künstliche Intelligenz) vor sich her. Experten wie der Lingener Oleksandr Kotsyuba warnen vor den Folgen: „Die Betriebe erkennen den Mehrwert nicht.“ Damit würden sie Stück für Stück ihre Konkurrenzfähigkeit verlieren. In einer Art Selbstversuch testete die Geschäftsstelle der Ems-Achse, welche Vorteile der Einzug von KI und insbesondere Chat GPT (Chatbot Generative Pre-trained Transformer) für die Geschäftsstelle der Wachstumsregion Ems-Achse bringen kann. „Wir wollen die Möglichkeiten für unseren Arbeitsalltag nutzen“, sagt Geschäftsführer Dr. Dirk Lüerßen.
Dabei bietet die Firma Linvelo@BITECC aus Lingen mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Oleksandr Kotsyuba zunächst ein 90-minütiges Brainstorming an. Linvelo@BITECC versteht sich als ein Wegbereiter für Künstliche Intelligenz im Geschäftsalltag. „Firmen wissen oft nicht, wie sie mit KI umgehen müssen“, sagt er. Nicht selten hört er von Firmeninhabern den Satz: „Das braucht mein Betrieb nicht.“ Das sei mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit eine gefährliche Einschätzung. Wie einst bei den Anfängen der Digitalisierung habe KI inzwischen längst die Kinderzimmer erreicht. In dem eineinhalbstündigen Einführungskurs geht es vor allen Dingen darum, dass die Mitarbeiter selbst die Zeitfresser in ihrem Arbeitsalltag aufdecken. Im Anschluss erfolgt eine Priorisierung.
„Wir wollen die wirklichen Probleme des Kunden verstehen“, sagt IT-Experte Eduard Stach. Dabei sei der Stand der Digitalisierung in den Unternehmen sehr unterschiedlich. Wichtig sei bei der Problemfindung und -lösung die Mitarbeiter einzubeziehen. Das Kundenspektrum in der Region der Wachstumsregion Ems-Achse reicht von Firmen aus dem Handwerk über die Industrie bis hin zu Kommunen und Verbänden. „Das Brainstorming ist oftmals für viele Firmen die erste Möglichkeit, überhaupt über Arbeitsprozesse im Team laut nachzudenken“, sagt Stach. Es sei fast immer ein Motivationsschub und helfe alte Denkblockaden zu überbrücken.
Dabei gebe es durchaus Parallelen in den Firmen. „Viele Mitarbeiter werden mit E-Mails zugeschüttet“, sagt der IT-Berater. Diese würden immer mehr zu Zeitfressern. KI könnte ein Postfach steuern und dann nur die Inhalte an Mitarbeiter weitergeben, für die diese wirklich relevant sind. Es gebe mittlerweile 30.000 KI-Tools für die unterschiedlichsten Herausforderungen.
Auch in den Gesprächen mit den Mitarbeitern der Ems-Achse schilderten Jens Stagnet und Wilko Alberring tägliche Probleme, die nicht selten zu hohem Aufwand und Zeitverlust führen. Das Auffinden von Dateien, ob Fotos, Texte oder Grafiken, sowie die Suche nach branchenspezifischen Unternehmen sei mühselig, ergänzten Mareike Buß und Julia Noglik. Wilko Alberring kann sich zudem ein besseres Dokumentenmanagement vorstellen: So könnte sich ein Mitarbeiter im Krankheitsfall eines Kollegen schneller in dessen Arbeitsabläufe einfuchsen. Die KI könnte ihm aufzeigen, welche Projekte der Erkrankte gerade aktuell bearbeitet.
„Hier kann KI schnell helfen“, versprach Oleksandr Kotsyuba. Dabei gebe es oftmals gerade in Inhaber geführten Firmen ein weiteres Problem. Er nennt es „Wissensbarrieren“. So verfügt der Chef oder die Chefin über ein enormes Alleinwissen, das aber gerade bei Abwesenheit viele Mitarbeiter nicht nutzen würden. „Er oder sie könnte sein Spezial- und Einzelwissen zum Beispiel einfach ins Smartphone sprechen und die KI baut daraus digitale Datensätze“, so Stach. Aber auch dies geschehe unter dem Vorwand des Zeitdrucks leider viel zu selten.
Wichtig sei, dass die größten Probleme nach dem Brainstorming mit den Kollegen diskutiert werden. Linvelo@BITECC kenne dann die größten Herausforderungen und biete Lösungen an. Dabei können alle Daten auf dem eigenen Server verbleiben.
Für Wachstumsregion-Geschäftsführer Dirk Lüerßen steht nach den 90 Minuten auf jeden Fall fest: „Da wo der größte Schmerz ist, müssen wir Abhilfe schaffen und schnell ins Handeln kommen.“
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