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Technik-Berufe im geschützten Raum kennengelernt

Emden (27. Februar 2025) – Julie Korent möchte nachhaltige Produkte entwickeln, Lea Feeken nach ihrem Technik-Check noch einmal eine ganz andere Welt kennenlernen. Dass sie dies heute wissen, haben sie einer Entscheidung aus dem vergangenen Jahr zu verdanken: Beide haben über die Hochschule Emden/Leer das Niedersachsen-Technikum absolviert und durften für sechs Monate in die technisch/naturwissenschaftliche Arbeits- und Studienwelt hineinschnuppern.

Ihr Interesse an Chemie entdeckte Julie Korent bereits in ihrer Schulzeit in Meppen. Unschlüssig, was nach dem Abitur der nächste Schritt sein könnte, tauschte sie sich im Freundeskreis aus und kam so auf das Niedersachsen-Technikum. Im Chemischen Untersuchungsamt in Emden lernte sie zunächst das Wasser- und anschließend das Bodenlabor kennen.

„Am Anfang war es ganz schön viel auf einmal, aber ich durfte recht schnell sehr eigenständig arbeiten und man hat mir viel zugetraut, das war super“, so die 20-Jährige. Während der Abschlussveranstaltung berichtete sie am Beispiel eines Versuchs mit Proben aus einer Fettabscheider-Anlage, wie einzelne Analyseschritte im Labor ablaufen. Auch in Zukunft möchte sie sich mit der Zusammensetzung von Stoffen und Materialien befassen, doch statt nur Vorhandenes zu untersuchen, will die Emsländerin in die nachhaltige Produktentwicklung gehen – ein entsprechendes Studium ist in Planung.

Auch Lea Feeken war nach ihrem Abschluss an der IGS Marienhafe-Moorhusen noch etwas ratlos, welchen Weg sie einschlagen sollte. Durch eine Berufsmesse wurde sie auf das  Frauenförderprogramm aufmerksam und bekam einen Platz als Technikantin bei Volkswagen in Emden. Dort durfte sie im Labor für Metalltechnik bei der Schadenanalyse einsteigen. „Die Laborarbeit war sehr vielfältig, das hat mir gut gefallen“, so die 19-Jährige aus Marienhafe. Gelernt hat sie unter anderem, wie wichtig die Beschaffenheit einer einzelnen Schraube für die Sicherheit eines Produkts sein kann: etwa bei der Fixierung der Kofferraumklappe. Die Möglichkeit, ein unbekanntes Terrain zu erkunden, möchte sie nun noch einmal nutzen und dabei mit dem Thema Berufsorientierung im behördlichen Bereich ein ganz anderes Feld kennenlernen.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz hob die Bedeutung des Niedersachsen-Technikums als wichtiges Puzzlestück innerhalb des vielfältigen Engagements der Hochschule im Bereich der Frauenförderung hervor. Dass in mehr als zehn Jahren ein „riesiges Netzwerk“ an Firmenkontakten aufgebaut werden konnte, sei dem intensiven Einsatz von Koordinatorin Christel Boven-Stroman zu verdanken, die den Staffelstab im März an ihre Kollegin Pauline Elenberger weitergibt. „Es ist wunderbar, dass wir jungen Frauen mit dem Programm einen Raum bieten können, in dem sie sich orientieren ausprobieren dürfen“, betonte Jutta Dehoff-Zuch, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Emden/Leer. Das nächste Niedersachsen-Technikum startet im Herbst.

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